Therapie für Zuhause

Eine Katze sein

21. Februar 2016

In letzter Zeit denke ich oft darüber nach, wie Tiere sich verhalten und wie es Menschen tun. Wenn meine Katzen gähnen, halten sie sich keine Pfote vor den Mund -.- Und findet das jemand schlimm? Nein. Warum findet man es dann bei seinem eigenen Kind schlimm? Wenn meine Katzen einen kleinen Hängebauch haben, findet das jemand schlimm? Nein, man findet es sogar niedlich und wackelt gerne daran herum 😀 Warum streben Menschen dann danach, einen perfekt flachen Bauch zu haben? Und sollte ich vielleicht anfangen, meiner Katze das Fell zu färben, damit sie hübscher aussieht? Nein, weil sie wunderschön und perfekt ist, so wie sie ist. Warum gibt es weisse, schwarze, orangene, getigerte und gefleckte Katzen und alle Katzen behandeln sich gleich, jeder treibt es mit jedem, denn jeder ist eine Katze. Wir sind alle Menschen aber wollen eine bestimmte Art von Mensch nicht in „unserem“ Land haben. Warum auch immer es „unser“ Land ist. Nur weil wir hier geboren wurden? Wenn ich also auf einem Schiff geboren werde, ist das dann mein Schiff? …

Die Menschheit ist zwar die intelligenteste Spezies auf der Erde, aber irgendwie auch gleichzeitig die dümmste.

Stell dir mal vor, du würdest nicht zu dieser komischen, verurteilenden, hasserfüllten Menschheit gehören, sondern eine kleine Katze sein. Oder ein Hund, wenn du lieber ein Hund wärst. Ja ja ein Einhorn kannst du auch sein. Wie würdest du dein Leben dann leben? Wenn alle um dich herum einen Furz geben würden auf das was du machst, was würdest du dann machen???

Das ist die erste Aufgabe. Finde das heraus. Nimm dir einen Moment Zeit, setz dich hin mit einem Zettel und einem Stift (oder einem Laptop) und schreibe.
Welche Frisur hättest du? Wärst du zufrieden mit deiner Figur? Was würdest du essen? Wann würdest du aufstehen? Wer wären deine Freunde? Wen willst du nicht mehr sehen? Was wären deine Hobbies? Und was wäre dein Beruf?

Gleichzeitig wirst du herausfinden, was dich unzufrieden macht.
Macht dich der Ort an dem du lebst unzufrieden? Sind es die Aktivitäten deiner Freunde, die dir keinen Spaß machen? Willst du anstatt Klavier lieber Tischtennis spielen? Bist du unglücklich mit deinem Beruf oder Studium?

Niemand zwingt dich weiterzumachen. Wenn dich Leute dafür verachten, dass du mit etwas aufhörst oder etwas abbrichst, dann weißt du, dass das nicht die richtigen Menschen für dich sind. Mit der Zeit wirst du so stark und dein Charakter so verfestigt sein, dass du es aushalten kannst, nicht gemocht zu werden. Denn du stehst hinter dir und das ist das Wichtigste.

Merke.

Du musst nicht jedem gefallen. Wenn es Menschen gibt, die denken, du seist so richtig bescheuert, dann IST DAS OKAY!!

Du kannst tun was du willst, sein wer du bist und wirst verstanden und geliebt werden! Von den richtigen Menschen, die zu dir passen. 

„Jetzt da ich anfange, ICH zu sein, kann ich die richtigen Menschen finden und sie können mich finden. Und alle anderen sind egal!“

DAS habe ich lange Zeit nicht kapiert. Ich wollte, dass mich jeder mag. Beispielsweise hätte ich niemals so einen Text veröffentlicht, aus Angst, dass andere denken könnten „ist die dumm oder was“ ^^. Aber stellt euch doch mal die Frage: Die Menschen, die euch lächerlich machen. Oder die heimlich über euch lästern, schlecht über euch denken. Wollt ihr diese Menschen wirklich in eurem Leben haben? Sie als Freunde haben? Ich denke nicht..

Herauszufinden, wen man in seinem Leben haben möchte und wen nicht, ist ein sehr wichtiger Schritt. Auch allgemein zu verstehen, was man im Leben möchte und was einen unzufrieden macht. Ich bin total gespannt auf eure Antworten.


 

Meine Antwort

Diese Übung habe ich teilweise schon hinter mir.. Ich habe mich schon letztes Jahr gefragt, was ich eigentlich wirklich möchte, wie mein Leben aussehen soll. Das waren die Punkte, die ich verändern wollte: 

Damals, April-September 2015

Ich möchte weit weit wegziehen. In eine große Stadt, in der ich mich wohlfühle.

Ich möchte erstmal nicht arbeiten, weil ich unbedingt eine Pause brauche. Ich sterbe sonst. Sollen sie mich doch für faul halten. Erst wenn ich mich wieder bereit fühle, will ich nach einem Job suchen.

Ich möchte viele Menschen hinter mir lassen, da sie mir nicht mehr gut tun und ich mich mit ihnen nicht mehr weiterentwickeln kann.

Ich möchte keine Dinge mehr unternehmen, die mir im Grunde keinen Spaß machen, wie zB in Discos gehen.

Ich möchte mich nicht mehr als Seelenmülleimer verwenden lassen von Leuten, die mir nichts zurückgeben. Auch wenn sie mich dann nicht mehr mögen.

Ich möchte herausfinden, was richtige Freundschaft ist und wer zu mir passt. (Das habe ich zum Teil erreicht.)

Jetzt, Februar 2016

Jetzt gibt es aber immer noch Dinge, die ich anders machen würde, wenn es mir egal wäre, was andere von mir denken.

Ich möchte völlig offen sein. Einen Blog führen, in dem ich mich traue, persönliche Dinge aufzuschreiben, in dem ich mir und anderen weiterhelfe. Niemandem bringt es etwas, wenn ich das wahre Leben verberge und so tue als würde die Welt nur aus Katzen, Kaffee und Büchern bestehen. Aber jemandem könnte es etwas bringen, wenn ich damit aufhöre und eine Persönlichkeit ohne Maske zeige.

Ich will es mir erlauben, unpünktlich zu sein, denn unpünktlich ist mein zweiter Vorname, doch alle verurteilen mich deswegen.

Ich will schusselig sein dürfen, weil das einfach ich bin. Ich will nicht mehr so tun als wäre ich nicht der größte Tollpatsch, oft in meiner eigenen Welt. Wenn sich jemand darüber aufregt, soll er hingehen wo der Pfeffer wächst.

Ich glaube.. ich möchte genau die Frisur die ich jetzt habe.. Nur mit einem Dutt oben drauf, was ich aber nicht hinkriege ^^ Auch die gleiche Figur möchte ich, die ich jetzt habe, ich würde nicht mehr oder weniger essen. Was ich allerdings tun würde, wäre Volleyball wieder anzufangen, mein absoluter Lieblingssport. Badminton würde ich auch spielen. Und bei Projekten für Flüchtlinge mitmachen oder bei Amnesty International. (Was hat das mit „was andere denken“ zu tun, fragt ihr euch? Sehr viel..  für mich ist es sehr schwer, etwas neues anzufangen und neue Leute kennenzulernen..)

Ich möchte einige schöne Tattoos.

Meinen neuen Job möchte ich am liebsten in einer Beratungsstelle machen. Achja. Da fällt mir was ein. Wenn es mir wirklich egal wäre was andere von mir denken, würde ich schon zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin anfangen………………….. ohje………….. das ist mal eine Erkenntnis……….. dass ich die Ausbildung nur aus Gründen, die mit „was andere denken könnten“ zu tun haben, nach hinten verschoben habe…….. Darüber muss ich wohl nochmal nachdenken ^^

Also, ich habe wieder einiges worüber ich nachdenken kann. ^^

Bye bye ♥♥♥

Therapie für Zuhause

Ich möchte ein Spiel mit euch spielen

18. Februar 2016

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Meine Lieben Insta-Menschen, und liebe restliche Internetwelt, die sich hierher verirrt.

Wo soll ich anfangen? Schon seit längerem schreibe ich auf Instagram über etwas tiefgründigere Themen, persönlichere Themen, aber der Platz ist nicht da um richtig zu schreiben. Ich habe doch so viele Gedanken, zur Zeit passiert so viel und ich entwickle mich so stark wie noch nie in meinem Leben. Ich dachte immer: Was bedeutet dieses  „sich selbst finden“ und „wachsen“?! Ist das nur eine Erfindung der Menschheit um lange Auslandsaufenthalte zu rechtfertigen? ^^ Aber jetzt verstehe ich es endlich.. Jetzt, mit 27 Jahren. Warum hat das so lang gedauert liebes Schicksal? Tss

Auf jeden Fall: Ich habe ein Jahr Psychoanalyse hinter mir und als ich nach Hamburg gezogen bin, hatte ich keine Therapeutin mehr, die mich hätte unterstützen können. Erst war ich sehr hilflos und dachte, ich würde jetzt auf der Stelle stehen und nicht mehr vorankommen. Dann habe ich aber mit verschiedenen Dingen angefangen, die mich so unglaublich weitergebracht haben. Übungen, Verhaltens- und Denkweisen.. Man könnte auch „meine eigene kleine Verhaltenstherapie“ dazu sagen. Und ich würde es so toll finden, wenn ihr mit mir auf diesen Weg gehen würdet.. Diesen Weg der.. Veränderung, des Wachstums..

Ich bin mir sicher, dass diese Übungen jedem weiterhelfen können, auch wenn man eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben ist und keine psychische Erkrankung hat. Vielleicht könnt ihr euch ja mal folgende Fragen stellen und wenn eine Antwort „ja, stimmt“ ist, dann lohnt es sich schon, das Spiel mitzuspielen.

  • Ich bin nicht so selbstbewusst wie ich gerne wäre.
  • Oft traue ich mich nicht, Dinge zu sagen oder zu tun, obwohl ich gerne würde.
  • Ich will, dass es mir egal ist was andere über mich denken und ich will aufhören, die Erwartungen anderer erfüllen oder andere beeindrucken zu wollen
  • Manchmal schäme ich mich vor anderen.
  • Wenn ich rot werde, ist es mir sehr unangenehm.
  • Ich habe Angst vor einem Referat/ einem Vorstellungsgespräch/ einem Job/ etwas nicht zu schaffen/ zu versagen/ vor Gesprächen mit anderen Menschen.
  • Ich mag mein Aussehen nicht so wirklich.
  • Ich würde gerne lernen mich selbst zu lieben.
  • Ich möchte herausfinden, wer ich wirklich bin, was meine eigenen Einstellungen und Meinungen sind.
  • Ich will so frei sein wie meine Freundin, die Möwe. ^^

Und, wie sieht es aus? Wie oft habt ihr mit „Ja“ geantwortet?

Wisst ihr was meine Traumvorstellung bzgl. dieses Blogs wäre? Wenn sich einige hier zusammenfinden würden, die wirklich an sich arbeiten möchten, die mit mir gemeinsam bestimmte Schritte durchführen, darüber berichten, Erfahrungen und Probleme austauschen. Am besten diese Leute machen sogar selbst einen Blog auf und berichten da über ihre Schritte ^^ Aber kommentieren würde auch reichen ^^ Auch wenn nur 3 Leute mitmachen würden, wäre es schon wunderschön.

Uuuund, wer spielt mit?