Tagebuch einer gescheiterten Existenz

Nachtgedanken #1 | Angst

20. März 2017

Seit ein bis zwei Wochen bin ich in einem seltsamen Tief, das ich mir nicht so ganz erklären kann. Da ist immer wieder dieses Drücken auf meiner Brust, das mir die Luft abschnürt. Ich versuche zu atmen, aber es kommt einfach nicht genügend Luft in mich hinein.

Ich habe mich schon immer gefragt, wie sowas bloß entstehen kann. So ein Schmerz auf der Brust. WAS IST dieser Schmerz? Rein biologisch betrachtet?

Wenn es mir so geht, überlege ich, was los sein könnte und warum ich so niedergeschlagen bin. Mit dieser Frage möchte ich der Traurigkeit auf den Grund gehen und sie so irgendwie lösen. Dann fallen mir aber so viele Gründe ein, die mich nur noch trauriger machen.

Und immer wieder ertappe ich mich beim Gedanken, dass alles gut wird wenn erstmal dies und jenes passiert.

Vorher zum Beispiel, habe ich auf Pinterest total lange nach Haarfarben gesucht, grau und grün und blau und rosa. Es hat Spaß gemacht, meine Zeit damit zu verbringen und auf einmal wollte ich un-be-dingt eine neue Haarfarbe. Und auch wenn ich es nicht direkt dachte, war mein Gefühl dennoch… „Wenn ich meine Haare färbe und hübsche Klamotten kaufe, wenn ich mich selbst hübsch finde, dann wird es mir besser gehen.“

-.-

„Wenn ich erstmal Geld habe und mir schöne Dinge leisten kann, dann wird es mir besser gehen. Wenn ich ein richtiges Einkommen habe und finanziell abgesichert bin, dann wird alles leicht sein. Wenn ich erstmal ein Baby habe, dann wird alles gut werden.“

Dabei weiß ich doch, dass das alles nicht stimmt. Man kann noch so reich sein und noch so finanziell unabhängig und trotzdem todtraurig. Man kann noch so viele Babies haben und den perfekten Partner und dennoch in Depressionen versinken.

Aber ich kann nicht anders, als kurzzeitige äußere Freuden zu suchen. Sonst ist alles leer. Unbedeutend. Und sinnlos.

Ich weiß nicht, warum ich das jetzt alles schreibe. Ich bin vorher ins Bett gegangen und hatte so viele Worte in meinem Kopf. Dann dachte ich, vielleicht sollte ich anstatt „morning pages“ lieber night pages schreiben, weil ersteres irgendwie nicht funktioniert hat. Und… ja, hier bin ich also.

.

Tagebuch einer gescheiterten Existenz. Eigentlich ist dieser Titel witzig gemeint. Aber gerade finde ich ihn nicht witzig.

Alles ist gescheitert, alles ist kaputt gegangen, also wird auch das, was ich jetzt habe, kaputt gehen.

Angst.

Phobia. So wie es im Buch stand. Angst beherrscht unser Leben und hindert uns mehr als alles andere daran, glücklich zu sein.

Ich habe so so große Angst, dass mein Freund und ich uns irgendwann trennen werden. Diese Angst schlummert ununterbrochen in mir drin und manchmal kommt sie hervor und lähmt mein ganzes Dasein.

Mein schönes Zuhause mit ihm und meinen Kätzchen. In der Stadt, die ich liebe. Mit der Beschäftigung, die ich liebe.

Es kann doch gar nicht so schön bleiben.

Es wird kaputt gehen.

Und damit stoße ich eine Tür auf, die lieber verschlossen bleiben sollte.

„Aber sobald du Gedanken spinnst, öffnest du eine Tür. Du lockst die Tragödie an. Das hat meine Sorge mich gelehrt.“ (Der Duft des Regens; Frances Greenslade)

Und so nimmt der Teufelskreis seinen Lauf: Ich habe Angst, dass alles kaputt geht. Dadurch lenke ich meine Gedanken auf Negatives und ich nehme alles, was meine Angst bestätigen könnte, viel stärker wahr. Diese Tatsache wiederum nehme ich auch wahr, was schließlich zu noch mehr Angst führt.

-.-

Ich glaube… diese Angst ist das Zentrum meiner Traurigkeit. Sie ist der harte Kern, der Magnet, der all die anderen Traurigkeiten zusammenhält… Wenn das einen Sinn ergibt?

Und jetzt…

bin ich müde.

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9 Comments

  • Reply Verena 20. März 2017 at 6:43 am

    Liebe Ingrid, jetzt bist du aber das kleine Männchen in meinem Kopf, das heimlich Sachen ins Internet schreibt, dass ich mich mit meinem Wollknäuel an Gedanken nicht so alleine fühle. 🙂
    Aber ich hoffe, ein bisschen Angst ist bis heute morgen schon verflogen.
    Meine Psychologie-Kenntnisse beschränken sich zwar auf 0, aber irgendwie finde ich, dass die Evening-Pages keine Gute Idee sind, zumindest nicht, wenn man wie ich gerne in eine Abwärts-Gedankenspirale rutscht. Das kommt mir in dem Moment zwar logisch vor, aber mit ein paar Jahren Abstand findet man da KEIN FITZELCHEN an Logik mehr. Zumindest ist das bei mir so. Vielleicht ist das bei dir ja völlig anders und es tut dir vielleicht sogar gut, die ganzen fiesen Gedanken in deinem Kopf und auf dem Papier auszuformulieren und festzuhalten. Auf jeden Fall kann ich das Gefühl voll verstehen. Und irgendwie macht mir das auch Angst, weil eigentlich dachte ich immer, dass das langsam besser wird, wenn man ein bisschen älter (unnd reifer) ist. Dass diese negative Denke, die Angst und die Sorgen, und der innere Kritiker irgendwann leiser werden. Aber ich glaube das passiert nicht so schnell, oder? Und irgendwie fühle ich mich auch nicht so, als hätte ich mich in den letzten Jahren irgendwie geistig weiterentwickelt. Zumindest nicht momentan. In anderen Momenten vielleicht schon..
    Was mir aber ein bisschen hilft, und vielleicht dir ja auch ein bisschen was bringt, grade mit der Angst dass die Beziehung zu meinem Freund irgendwann zerbricht ist, dass ich versuche, jeden Moment mit ihm zu genießen, und darauf zu achten, was er alles liebes und süßes für mich macht. Und dann darf ich nicht vergessen, ihm auch was zurück zu geben. Weil das mache ich ganz oft und daran ist auch die Angst schuld, glaube ich. Sei es dass ich mal was Gutes koche, oder ihn massiere, oder von der Uni abhole. Weil das tut ihm ja auch gut, und das wird er merken, und dann wird er mich vielleicht nicht verlassen. Das würde er eher machen, wenn ich aus Angst wieder einen blöden Streit anfange oder so. Und wenn die Beziehung dann trotz allem doch nicht hält, habe ich sie zumindest bis zur letzten Sekunde genossen und mein best-möglichstes gegeben. Und da zwischenmenschliche Beziehungen nicht ganz Risikofrei sind, muss man in dem Fall so mutig sein und sich fallen lassen. Immer wieder. Auch wenn man dann am Ende vielleicht verletzt wird. (Eine Zeit lang habe ich mir auch „verboten“, traurige Musik zu hören. So seltsam das klingen mag. Aber das hat mir auch ein bisschen geholfen.). Ich hoffe du denkst jetzt nicht ich sei völlig Banane. Aber irgendwie will ich nicht dass andere Menschen sich so fühlen müssen.So, jetzt ist aber Schluss mit dem Geschwafel.
    Ingrid ich wünsche dir einen schönen Montag (gibt es sowas überhaupt?). Fühl dich gedrückt!

    • Reply Ingrid Cat 20. März 2017 at 12:03 pm

      Vielen vielen Dank für deine lieben Worte, Verena ❤️
      Erstmal, ob die Evening-Pages vielleicht keine so gute Idee sind 😀 das könnte sein, aber ich bin mir noch nicht sicher 😀 Vielleicht kommt es auch darauf an, denn gestern z.B. ging es mir sowieso schlecht und das Schreiben hat es eigentlich nicht schlimmer gemacht. Eigentlich tut es dann eher gut, mich mit meinen Gedanken zu beschäftigen anstatt sie zu verdrängen, denn wenn ich sie verdränge, spüre ich ständig „da ist irgendwas“, aber es geht nie weg.
      Aber ich werde darauf achten, ob es eine negative Auswirkung auf mich hat <3 (Außerdem weiß ich nicht wie oft ich das machen werde, vielleicht eher seltener)

      Zum Thema "die Angst usw. sollte doch mit den Jahren weniger werden": Einerseits glaube ich, das ist sie bei mir schon geworden.. Die negativen Gefühle sind nicht mehr so stark wie z.B. damals in der Schulzeit. Und das, obwohl ich die ganzen Jahre über nicht an mir (an meiner psychischen Entwicklung) gearbeitet habe... (das mache ich erst seit ca. 2 Jahren) Andererseits... keine Ahnung... hab ich das Gefühl, dass die Angst, die Sorgen, das Negative nie RICHTIG weggehn werden.
      Bei mir ist es auch so, dass es total auf den Moment ankommt. Es gibt viel mehr Momente im Vergleich zu früher, wo ich optimistisch bin, lebensfroh und der Angst in den Arsch trete ^^ Aber dann kommen eben immer wieder diese blöden Momente.. in denen ich schwach bin und verletzlich und mich meine Ängste und Sorgen beherrschen.

      Das was du geschrieben hast, zum Thema Beziehung, das versuche ich auch und oft klappt es auch, aber dann wieder nicht.
      Die Logik sagt, dass selbst wenn die Beziehung nicht hält, man jeden Moment genießen sollte, weil was bringt es, Angst zu haben, BIS es irgendwann mal kaputt geht. Gar nichts ^^ Aber die Gefühle sind halt von der Logik getrennt :-/
      "...muss man in dem Fall so mutig sein und sich fallen lassen. Immer wieder. Auch wenn man dann am Ende vielleicht verletzt wird." JAAA, da hast du recht 🙁 Aber genau vor diesem "am Ende vielleicht verletzt wird" hab ich so Angst. Eine Trennung gehört zu den schmerzhaftesten Dingen die ich kenne und ich will das nicht nochmal durchmachen müssen :-/ Und vielleicht KANN ich es auch nicht nochmal durchmachen.

      Aber ich hab auch vor anderen, nicht SO grundlegenden Dingen Angst, z.B. dass es nicht klappt mit meinem Buch und Blog und dies und das, dass ich mir wieder einen "normalen" Job suchen muss, weil ich einfach kein Geld verdiene und das macht mir auch soooo große Angst. Denn das was ich zur Zeit tue macht mich so glücklich, aber ob ich damit Geld verdienen kann, steht in den Sternen!
      Ach ich glaube ich schreibe total durcheinander und emotional, aber ich hoffe du verstehst was ich sagen will ^^
      Angst ist unnötig, aber sie will trotzdem einfach nicht weggehn.

      (Ich verbiete mir übrigens auch meistens traurige Musik zu hören 😄😄 Denn traurige Musik kann mich so riiichtig kaputt machen, komischerweise... Dass es mir noch 100x schlechter geht)

      Und ich denke überhaupt nicht, du seist völlig Banane <3 (Und wenn du es bist, sind wir es gemeinsam :D)

      Ich wünsche dir auch einen schönen Tag und eine schöne Woche und ein schönes Leben 😄❤️❤️❤️ Bin froh, dass du da bist ❤️

      • Reply Verena 21. März 2017 at 9:54 pm

        Hah, ein Club der Bananen ♥
        Ooooohh du bist doch so ein lieber Mensch, fühl dich ganz fest umarmt!
        Achh also wenn es nicht schlechter geht wenn du die Gedanken aus deinem Kopf aufs Papier/in den Blog bringst, bzw. dich damit befasst, dann ist das doch schon mal was gutes, oder?
        Grade in solchen schwachen Momenten vergisst man so oft was man schon alles geschafft hat und wie viel besser es geworden ist. Manchmal ist das dann halt so, dass man Angst hat, oder tieftraurig ist und man nichts dagegen tun kann. Auf jeden Fall bist du in solchen Momenten nicht alleine, und vielleicht solltest du dir genau das in solchen Momenten ins Gedächtnis rufen.
        Zum Beispiel merke ich grade dass ich schon viel mehr in der Gegenwart lebe als noch vor ein paar Monaten… dieses „dann ist es halt mal so und da muss man dann halt auch mal die Zähne zusammenbeißen“ gefällt mir irgendwie.
        Ohhhhhh und ich versteh ganz genau was du meinst und ich verstehs ssosoooooo gut.
        Logik hin oder her, wenn man grade drinsteckt bringt alles nix  Wenn die Gefühle nur ab und zu auf sie hören würden…
        Liebes das sind übrigens sehr nachvollziehbare Ängste. Viele trauen sich erst gar nicht, überhaupt ein Buch schreiben zu wollen. Und hey, zumindest deinen Kommentaren bei YT und Insta zu urteilen hast du nicht nur mich als zukünftigen Buch-Verschlinger. :-* Kennst du eigentlich Ella the Bee auf youtube? Die hat auch ein eigenes Buch geschrieben, und vielleicht kannst du dir ja bei ihr mal Tipps holen 
        Übrigens wollt ich mal anmerken dass ich persönlich deine Art und wie du sprichst auf YT mega angenehm und freundlich finde und mir deine Videos einfach unglaublich gern anschaue.
        Uhf was für ein wirrwarr 🙂 Hab noch einen schönen Abend! ♥♥♥

        • Reply Ingrid Cat 22. März 2017 at 12:25 pm

          haha Club der Bananen 😀

          Manchmal passiert es beim Schreiben auch, dass sich das ganze negative in was Positves umwandelt und ich sozusagen eine Lösung finde 😀 Aber auf jeden Fall ist es für mich wichtig, mich mit den Problemen und Ängsten zu beschäftigen, anstatt sie zu verdrängen 🙂 Dieser Text „Nachtgedanken“ hat dann etwas angestoßen, danach hab ich mehr nachgedacht und mehr Lösungen gefunden usw. 🙂

          Und jaa, ich glaube, bei manchen Ängsten muss ich mir sagen: Die sind ganz normal, die hat jeder (z.B. Schrifsteller) und ich darf sie nur nicht die Oberhand ergreifen lassen.

          Und ja, Ella kenne ich, aber ich denke mal, dass bestimmt so viele ihr Fragen stellen, Tipps möchten und so, dass ich denke, sie würde sowieso nicht zurückschreiben 🙈

          oh mannn viiielen vielen Dank für deine restlichen Worte, die sind einfach so herzerwärmend <3 Wenn ich sowas lese, wird alles in mir positiv und ich denke "ich schaffe das alles" und "mein Buch wird nicht nutzlos sein" und so <3 <3 Tausend Herzchen an dich!

  • Reply Juli 20. März 2017 at 12:37 pm

    Du hast doch etwas sehr kluges gesagt in deinem Kommentar. Es kommt auf den moment an, das du die Angst manchmal auch einfach in den Arsch treten kannst und manchmal nicht. Das ist gesund und normal. Man kann nicht immer alles wegstecken und das muss man auch nicht. Wenn du nicht in Trauer und Angst versinkst, finde ich es nicht schlimm. Negative Gedanken gehen auch nicht wirklich weg aber der Umgang mit ihnen ändert sich. Du tust dir schon mal was gutes in dem du dich reflektierst und keine traurige Musik hörst um trauriger zu werden. Warum willst du denn ein permanent optimistischer Menschen sein? Und was wäre wenn du einfach Persimist wärest, wäre das schlimm?

    • Reply Ingrid Cat 22. März 2017 at 12:30 pm

      Liebe Juli <3 Danke für deinen Kommentar <3
      Also ich will nicht ein PERMANENT optimistischer Mensch sein, aber ich will, dass diese tief liegende Angst, die immer in meinem Hinterkopf ist, weniger wird.. Sie blockiert mich total, z.B. führt sie dazu, dass ich denke, dass mein Buch PERFEEEEKT werden muss, sonst wird es niemand wollen und das wiederum führt dazu, dass ich gar nicht vorankomme, mich an klitzkleinen Kleinigkeiten ewig aufhalte und ich den Spaß verliere! Falls du das verstehst.
      Und, die Angst vor einer Trennung ist halt in den letzten Monaten immer mehr geworden und ich glaube, das "verschlingt" mich dann, wenn ich nicht aktiv irgendwas tue um die Angst im Zaum zu halten.
      Aber ich hab jetzt ein paar Dinge überlegt, die ich machen kann und ich hoffe es hilft. z.B. auch Sport, um den Kopf freier zu kriegen usw.
      🙂

  • Reply Nadine Wahl 21. März 2017 at 6:41 am

    Liebe Ingrid,
    hallöchen erstmal 🙂 Mich nervt ja im Momeont sehr dieses ewige Grau in Berlin und ständig Regen und Dunkelheit… meh. Aber genug Vorgeplänkel.
    Angst ist doch auch gut oder? Wenn du Angst hast, etwas zu verlieren, bedeutet es ja nur, dass es dir sehr wichtig ist. Oder? 🙂 Ich denke wir kennen alle ein wenig diese Angst oder Sorge, dass Beziehungen zu Bruch gehen, das mit dem eigenen Buch nicht klappt oder morgen alles noch viel schlimmer wird. Aber das ist doch nichts Schlimmes! Mach dir doch mal bewusst, wie dich deine Angst an die Dinge erinnert, die dir wirklich wichtig sind im Leben und dann nimm sie achtsam wahr. Danke doch einfach deiner Angst und trete sie so in den Hintern 😉
    Und wie du schon einmal geschrieben hast: es könnte alles schlecht werden. ABER es könnte auch alles gut werden. Zum einen bringt es nichts, dass du dich ewig in „können“ und „wenn dann“ verlierst, zum anderen verbaut es dir vielleicht Momente, in denen du glücklich und dankbar für all das sein kannst, was du hast. Am Ende ist es eh eine Mischung aus beidem. Mal passiert etwas Gutes, mal etwas Schlimmes. Leider verschanzen wir uns oft so hinter schlimmen Sachen, dass wir die Guten gar nicht mehr sehen können.
    Ich weiß ja nicht, ob du das schon machst, aber vielleicht bringt dir ein Dankbarkeitstagebuch (oder Platz in deinem BuJo für einige Dankbarkeitspunkte) etwas. Ich schreibe zum Beispiel jeden Tag drei Dinge auf, für die ich heute dankbar war und versuche auch immer neue Dinge zu generieren. Also dass da nicht nur steht „für meinen Freund“ oder „dass ich gesund bin“ sondern auch mal ganz kleine, banale Dinge, die mich aber in dem Augenblick froh gemacht haben. Einen Kakao trinken. Meinen Hund streicheln. Ein freudiges Schwanzwedeln. Warme Bettdecken.
    Dadurch ändert sich ganz automatisch die Sicht auf die Dinge. Und deine Angst wird auch leiser. Sie wird nie ganz weggehen, da muss ich dich enttäuschen. Aber du kannst ihr die Zähne abschleifen und die Klauen pfeilen und ihren Pelz striegeln. Und dann sieht sie gar nicht mehr so unfreundlich aus.
    Und übrigens schreibe ich auch bevorzugt abends 🙂

    Liebe Grüße aus dem windigen und grauen Berlin,
    Nadine

    • Reply Ingrid Cat 22. März 2017 at 12:39 pm

      Liiiebste Nadine!
      Du hast geschrieben „Mach dir doch mal bewusst, wie dich deine Angst an die Dinge erinnert, die dir wirklich wichtig sind im Leben und dann nimm sie achtsam wahr. “ hmm das klingt zwar voll gut, aber irgendwie kann ich mich derzeit gar nicht darauf einlassen, weil wenn ich das probiere, schreit mein Kopf nur „ja aber wenn du das alles verliiiierst!?!??“ haha ^^
      Ich hab mir jetzt mehere Sachen überlegt, die ich gegen die Angst tun kann und dass sie GANZ weggeht, das denke ich auch nicht 🙂 Aber sie soll leiser sein, die blöde Kuh ^^
      Bringt das Dankbarkeitstagebuch etwas für dich, wird dadurch deine Angst wirklich weniger? Ich hab schon öfters überlegt, so eine Seite in meinem Bullet journal einzuführen 🙂
      Liebe Grüße aus dem heute blauen und Sonnendurchfluteten Hamburg 😀 das mir gerade ein wenig gute Laune beschert 🙂
      :-* :-* :-*

  • Reply Steffie 24. März 2017 at 10:42 am

    Liebe Ingrid!

    Wie gut ich diese Situation doch kenne. Diese Angst hat mich sehr lange begleitet und manchmal schleicht sie sich immer noch an. In Beziehungen hatte ich immer panische Angst den Partner zu verlieren. Ich habe mir immer eingeredet ich bräuchte sozusagen einen Beschützer neben mir, jemanden der immer da ist und der mich auffängt wenn was schief läuft. Dieses Gefühl habe ich selbst bei meinen engsten und liebsten Freundinnen nicht so intensiv gefunden. Für diese Beziehungen – und ich war tatsächlich seit meinem 15. Lebensjahr fast immer in einer, um halt dieses Angstloch zu füllen denke ich – habe ich mich förmlich aufgeopfert. Ich habe alles gemacht damit es meinem Partner gut ging und damit unsere Verbindung enger wurde und es auch blieb. Doch letztendlich war ich dann doch fast immer die Verlassene und habe gedacht es wäre etwas falsch an mir. Habe dann auch lange Zeit gesundheitlich unter dieser von mir selbst erzeugten Belastung gelitten. Dann plötzlich fing es an, dass ich in großen Menschenmaßen Panikattacken bekam und mich fast ein Jahr sehr verkrümelt habe. Bin nicht mehr ausgegangen, habe nur selten Freunde getroffen etc.
    Hatte einfach immer Angst das es wieder passiert, wollte das Gefühl vermeiden, war einfach immer nur müde und erschöpft. Doch dann kam ich an einen Punkt an dem ich mir dachte “ Das kann es doch nicht sein, so willst du doch dein Leben nicht führen.“ Ich habe mir über meine Freundschaften und Beziehungen Gedanken gemacht, über mich und mein Verhalten und habe festgestellt, dass es egal ist, ob ich einfach nur ich bin oder ob ich mich auf opfere. Wenn etwas nicht passt oder nicht sein soll, dann kann man eben nichts dagegen tun.
    Ich hatte zu der Zeit einen Freund, der seine Freizeit komplett dem Fußballverein gewidmet hat, während ich alleine daheim saß und doch gerne so viele schöne Dinge unternehmen und Erlebnisse sammeln wollte. Ich war unglücklich damit. Habe lange mit mir gehadert. Ich habe angefangen mich mit Achtsamkeit und vor allem SELBSTHEILUNG zu beschäftigen. Die Kraft des Körpers zu nutzen, um sich aus physischen und psychosomatischen Problemen selbst zu befreien. Ich habe Nächtelang am PC gegessen und Bücher gewälzt, weil ich es einfach so spannend fand und immer noch finde. Ich bin so auch auf den YouTube Kanal von CHRISTIAN RIEKEN gestoßen, den ich dir und auch allen anderen Lesern hier wärmstens empfehlen kann. Er macht wirklich tolle Videos und Workshops und hat mir auch eine E-Mail beantwortet die ich ihm schrieb.
    Mittlerweile sind 2 Jahre vergangen und mir geht es wirklich gut. Ich habe in der Zeit alleine gewohnt und gelernt, dass ich keinen Beschützer brauche und auch gut alleine klarkommen kann, dass ich meinem Partner einfach Vertrauen muss. Ich gebe ihm jeden Tag das, was ich mir gerade von ihm wünsche, in jeder Situation überlege ich mir was daran positiv für mich ist – z.b. wenn er mit Freunden unterwegs ist habe ich Zeit für mich und kann das tun was mir Freude macht. Ich habe mich nach und nach einfach immer mehr fallen lassen und plötzlich wurde mir bewusst, dass die Angst nicht mehr da ist bzw. sie meistens die Klappe hält und sich nur gelegentlich mal meldet ^^
    Es hat mir sehr geholfen an das Schicksal zu glauben. Der Glaube, dass alles was ist und was passiert einen Grund hat und das auch negative Situationen ihren Sinn haben und sich danach wieder etwas positives entwickelt, dass uns glücklich macht und womit wir nie gerechnet hätten. Ich habe mich sehr viel mit mir selbst beschäftigt und mich selbst einfach besser kennen und akzeptieren gelernt.
    Ich könnte dir noch so viel mehr schreiben, aber das reicht erstmal ^^

    Liebe Grüße an dich, dir wird es sicher bald wieder besser gehen <3 :-*

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