Stress & Leistungsdruck

Zwanghaftes Planen: Wenn man nur noch in der Zukunft lebt

21. April 2017

Mein Freund ist meiner Sucht auf die Schliche gekommen.

Ich: Mein Schaaatz, mir gehts irgendwie schlecht.
Er: Was ist los!
Ich: Ich weiß nichtttt… Ich bin ganz unruhig….. Ich muss noch das Plan with me bis Sonntag machen, weil es ist ja für den April und darum will ich es vor dem 1. April hochladen, aber der März-Lesemonat soll ja auch nicht so spät kommen, aber ich bin noch nicht mal mit dem letzten Buch fertig („Die vierzig Geheimnisse der Liebe“) und an meinem Buch hab ich auch gar nicht mehr geschrieben und dann muss ich noch Emails beantworten und…
Er: Mein Schatz! Du MUSST gar nichts. Das was du da machst, soll dir SPAß machen. Du musst überhaupt kein Video hochladen.
Ich: Ja aber der März-Lesemonat kann doch nicht so spät kommen…
Er: Wieso, ist doch egal?? Auf WAS hast du jetzt lust?
Ich: Mmmh………… ich weiß nichtttt, ich müsste eigentlich
Er: Auf was hast du L  U  S  T  ??
Ich: ……………………………………… Keine Ahnungggg
Er: Ab jetzt hast du zwei Wochen lang Planverbot! Du planst ständig was du machen „musst“ und wann du was hochladen willst, dann packst du deine Pläne viel zu voll und dann geht es dir immer schlecht, wenn du sie nicht einhalten kannst.
Ich: Aber ich mussss Planeeeeeen 😱 In meinem Kopf ist immer automatisch, was ich alles machen muss.
Er: Ja dann musst du jetzt damit aufhören, keine Pläne mehr! Auch nicht was wir heute Abend oder morgen machen! Also, was willst du JETZT machen?
Ich: Hmmm eigentlich will ich jetzt am liebsten ein bisschen lesen.

 

Zwanghaftes Planen

Eigentlich hätte ich früher merken sollen, dass meine Plan-Liebe ausgeartet ist. Wenn man mehr damit beschäftigt ist etwas zu planen, anstatt es zu tun.. Läuft irgendwas falsch ^^

Es ist mir etwas peinlich das zu schreiben, aber so sah es immer wieder bei mir aus: Tagsüber habe ich Termine und To do’s ins Bullet journal reingeschrieben. Wenn ich dann abends im Bett lag, hatte ich das Gefühl, dass alles durcheinander war und dass ich den folgenden Tag noch besser planen musste. Also schrieb ich mir in meine Notizen-App ganz genau auf, was ich alles am nächsten Tag machen musste. (Diesen Schritt empfehlen viele Produktivitäts-Gurus: Teile ein to do in kleine Schritte auf, so fällt es dir leichter blabla.)

Und war ich am nächsten Morgen motiviert und produktiv? Nein, ich achtete gar nicht mehr auf den Plan in meiner Notizen-App, nahm mir stattdessen einen leeren Block und schrieb (schon wieder 😒) die wichtigsten To do’s auf. Ich konnte gar nicht anders.

Und half das alles in irgendeiner Weise? A b s o l u t  N I C H T.

Ich habe nur noch geplant des Planens wegen. Anstatt mich zu beruhigen und mir Erleichterung zu verschaffen, entstand ein beklemmendes, unruhiges, gestresstes Gefühl. (Und stellt euch mal vor, wie schlimm ich erst in der Uni war, wenn ich schon bei freiwilligen Tätigkeiten wie Youtube und Bloggen so durchdrehe.)

Und obwohl ich das spürte, machte ich weiter damit.

WARUMMMM?

Weil ich alles perfekt machen will. Immer. Egal um was es geht. Prüfungen, Sport, Youtube, ein Buch schreiben, E-Mails und Nachrichten schreiben, Blogeinträge. (Wenn ihr wüsstet wie oft ich einen Text angefangen und wieder gelöscht habe, weil er mir dumm und unwichtig vorkam.)

Und warum will ich eigentlich alles perfekt machen?

In meinem Leben spielt die Zukunft die größte Rolle. Einige schwelgen ständig in Erinnerungen und können die Vergangenheit nicht loslassen; bei mir ist es die Zukunft.

Die Zukunft mit all ihren existierenden Möglichkeiten, dass etwas falsch laufen könnte: Ich will Einser haben, weil ich Angst habe, nicht in der Ausbildung genommen zu werden. Ich will perfekte Videos machen, weil ich Angst habe, dass man sie sonst dumm finden könnte. Mein Buch muss irgendwie perfekt und ganz besonders werden, weil ich Angst habe, dass es sonst niemand lesen wird.

„Für sie bedeutete Zeit vor allem Zukunft. Einen Großteil des Tages verbrachte sie damit, zwanghaft Pläne fürs nächste Jahr, für den nächsten Monat, den nächsten Tag oder sogar die nächste Minute zu machen.

[…] Legte sie jedes Detail im Voraus fest und trug ständig akribisch ausgearbeitete Terminpläne und To-do-Listen in ihrer Handtasche mit sich herum.

Für Aziz hingegen konzentrierte sich die Zeit auf den gerade gegebenen Augenblick, und alles andere als „jetzt“ war eine Illusion.“

Aus „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ von Elif Shafak

Wenn man im gegebenen Augenblick lebt, gibt es nichts, wovor man Angst haben müsste. Die Beschäftigung mit der Zukunft macht die Gegenwart kaputt. Das spüre ich sehr sehr deutlich. Wenn ich darüber nachdenke, ob mein Buch veröffentlicht und verkauft wird, lenke ich meine Aufmerksamkeit auf die möglichen Schwierigkeiten und nicht auf das Hier und Jetzt. Das Schreiben, das S P A S S machen sollte!!

Mein größter Fehler

Erinnert ihr euch an meinen Blogeintrag „Wie Stress mich kaputt gemacht hat und was ich daraus gelernt habe“?

…NICHTS hab ich daraus gelernt.

Ich mache immmmmer wieder denselben Fehler. Egal um was es geht – ob um Schule, Studium oder darum, ein Buch zu schreiben – zwinge ich mir ständig Dinge auf, die ich angeblich tun „muss“. Sogar wenn es um Tätigkeiten geht, die ich liebe, kriege ich es hin, mich so zu stressen und unter Druck zu setzen, dass es mir schlecht geht und ich am liebsten gar nichts mehr machen will.

Aber was passiert ohne Druck und Perfektionismus?

Immer wieder frage ich mich: Würde ich meine Ziele erreichen, wenn ich alles lockerer nehmen würde, nicht mehr planen und mir keinen Druck mehr machen würde? Man muss sich doch anstrengen und alles perfekt machen, um Erfolg zu haben? Das ist mein felsenfester Glaubenssatz. 🙄

Aber ich will endlich einmal testen, ob es auch ohne das alles geht! Sonst werde ich für immer und ewig den gleichen Fehler machen!! Mir Dinge aufzwingen, die ich angeblich machen muss und überfordert und depressiv werden vor lauter Stress und Druck.

Darum werde ich im nächsten Blogeintrag demnächst, wenn ich Lust habe, konkrete Schritte aufschreiben, was ich ab jetzt machen werde, wenn Druck und Stress, mein Planzwang und die Gedanken an die Zukunft wieder die Oberhand ergreifen.

Einen „Nicht mehr Planen“-Plan 😂 … oder so ^^

 

Kennt ihr dieses In-der-Zukunft-leben und zwanghafte Planen? Denkt ihr auch, dass viele gar nicht merken, dass sie zwanghaft planen und was für ein Problem dahinter steckt?

Achja, und: Keine Angst, mit Bullet journaling werde ich trotzdem nicht aufhören 😀 Ich werde meine Vorgehensweise nur ein wenig umändern. 🙂

❤ Cat

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13 Comments

  • Reply Katerina 22. April 2017 at 9:02 am

    Liebe Ingrid,

    so als erstens hör auf deinen Freund er ist 1000% im Recht!! Wenn du heute lust auf Pizza hast dann tue es heute und nicht morgen wo du es ja geplant hast… natürlich muss man manchmal planen, das gehört im leben auch dazu aber grob nicht so in kleinen Sachen was man ja meistens ja eh nicht so genau nach plan erledigt, oder? 🙂 Wenn man verreist zum beispiel da geht es nicht anders aber beim lesen, eis essen oder Spaziergang machen, sollte man das wirklich planen?
    Wegen deinen Videos und so was andere sagen und so.. hmmm. Ich habe das sowieso nie verstanden warum man nicht natürlich „sein darf“ beim vloggen. Kommentare wie diese „warum gähnst du im video und schneidest das nicht aus?“ kann ich nicht verstehen. Wenn du jetzt hier neben mir sitzen würdest und du gähnen musstest, dann würde ich auch nicht sagen „so jetzt schneide das erst mal aus..“ Oder Kommentare wie „ich finde deine haare blöd.. du schaust so dumm.. du laberst einen schei*..“ Diese Menschen sind in ihrem alltäglichen leben genau so, aber GENAU SO!!!! Warum tun wir uns Menschen das nur an, warum?? Was wollen wir damit erreichen? Dieser Perfektionismus (der eigentlich nicht existiert) kontrolliert unser Leben und wir bekommen es gar nicht mit, und auf diesem Gleis fahren wir nun Generationen über Generationen und es wird immer schlimmer.
    Natürlich macht der Gedanke an die Zukunft Angst, da könnte ich ein Lied davon singen, weil wir einfach nicht wissen können was morgen passiert, wir können nur ahnen und meistens tun wir das sogar negativ alle Gedanken sind negativ weil wir ein Umfeld um uns spüren das uns gleich auffrisst sobald wir ein Fehler machen. Und leider ist es wahr, wir setzen einen Krieg gegen uns auf, wir Menschen da draußen. Wir haben kein Verständnis für einander, wir wollen immer besser sein als die „anderen“ egal um welchen Preis… Liebe Ingrid ich könnte hier weiter schreiben und schreiben, ich glaube Du hast meinen Gedankengang verstanden. Ich bin jetzt etwas traurig gestimmt, denn es macht mich einfach wütend.
    Fühl Dich gedrückt, und mir fehlen Deine Vlogs bei denen Du genau so bist wie Du bist, denn so sind wir auch hinter unseren vier Wände und nicht anders.

    • Reply Ingrid Cat 24. April 2017 at 10:35 am

      Liebe Katerina <3
      Vor lauter Geplane konnte ich gar nicht mehr fühlen, was ich eigentlich will! Weil ich nur noch im Kopf hatte, was ich tun "sollte". Aber ich bin froh, dass ich das jetzt so realisiert hab (oder besser gesagt, dass mein Freund mir die Augen geöffnet hat ^^), denn jetzt versuche ich es, anders zu machen und viel mehr im Hier und Jetzt zu leben!

      Was du geschrieben hast... "weil wir ein Umfeld um uns spüren das uns gleich auffrisst sobald wir ein Fehler machen. Und leider ist es wahr, wir setzen einen Krieg gegen uns auf, wir Menschen da draußen. Wir haben kein Verständnis für einander, wir wollen immer besser sein als die „anderen“ egal um welchen Preis…" das hat mich sehr berührt, du hast so recht und mich macht es auch wütend und traurig 🙁 Weil ich mir darüber bewusst bin und doch einfach nicht anders kann! Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann.... Hoffentlich!

      Du liebe, danke für deine Gedanken und dass du hier bist ❤️

  • Reply Linilovesgreens 22. April 2017 at 1:55 pm

    Liebe Ingrid,

    als ich den Titel dieses Textes gelesen habe, wusste ich bereits, dass ich mich zu 100% darin wiederfinden werde.
    Mir geht es GANZ GENAUSO. Immer. Das schlimme ist für mich, ich WEIß ja, dass ich viel (vielleicht zu viel) plane, ich weiß, dass ich immer alles perfekt machen und haben will und trotzdem tue ich nix dagegen. Genau wie du schreibe ich ständig Listen und Pläne was wir bspw. am Wochenende alles erledigen, was noch zu tun ist usw. Ich schreibe meine Termine in den Kalender und habe noch separate Zettel…. Puuuh, mir fällt es auch sehr schwer, mal nichts zu planen und auch einfach mal nichts zu tun. Ich muss auch ständig was erledigen, wo andere einfach sagen würden: Hey, ich genieße das was ich tue, und wenn es nur einkaufen ist ^^
    Momentan weiß ich leider auch noch nicht, wie ich das in de Griff kriegen soll, weil es einfach so viel zu tun gibt, aaahhhhh.

    Aber es gibt etwas, das mich ablenkt und mich das „perfekt sein“ ein Stück vergessen lässt. Wenn ich den Hund meines Vaters zu Besuch habe, habe ich nicht mehr den Drang, dass alles perfekt und passend sein muss. Dann kann ich im hier und jetzt sein und einfach den Moment genießen. <3

    • Reply Ingrid Cat 24. April 2017 at 10:41 am

      Danke für deinen Kommentar ❤️❤️❤️
      oh nein wieso sind wir sooo? Bestimmt gibt es viele Gründe dafür… Ich kann es z.B. nicht so gut aushalten, nichts zu tun oder nur zu entspannen, weil sich dann alles komisch anfühlt. So leer… ich kann das nicht so gut beschreiben. Das ist aber nicht immer so, es gibt immer mehr Zeiten in denen ich das sogar richtig genießen kann.

      Aber meistens ist es eher so, dass ich denke „was mach ich jetzt als nächstes, was mach ich jetzt als nächstes“ ^^

      Ich hoffe voll, dass wir das beide in den Griff kriegen werden! Ich werde ja auch posten, was ich versuche zu ändern, vielleicht bringt dir das ja irgendwas. Auch meine Art zu planen (im Kalender) hab ich jetzt etwas geändert und bisher hat es schon geholfen.

      Und wie schön, was du über den Hund schreibst! Vielleicht brauchst du ja einen eigenen Hund? 🙂 Bei meinen Katzen ist es ähnlich… Da genieße ich einfach, sie zu streicheln und zu sehen wie unperfekt und doch perfekt sie sind ❤️

      • Reply Linilovesgreens 25. April 2017 at 11:56 am

        Ich kann auch nie nichts tun ^^ Doch, natürlich schon ab und zu aber ich lege mich wirklich sehr selten hin um mal ein Buch zu lesen zum Beispiel. Meistens ERST wenn ich alles erledigt habe… Dabei weiß ich ja, dass dieser Zeitpunkt fast nie kommt. In etwa so wie bei Hornbach. Es gibt immer was zu tun. Nur ohne das Jippie Jaja Jippiejippie yeah. Ich glaube es ist auch wichtig, dass man Spaß hat an den Dingen die man noch tun „muss“, denn dann ist es ein wollen und kein müssen 😉 Wir schaffen das! P.S.: Ich will so gerne einen Hund aber ich arbeite immer mindestens 45-50 Stunden die Woche und dann wäre er allein. Außerdem dürfen wir in der Wohnung keinen Hund halten. Aber irgendwann… <3

  • Reply Ramona Rudolph 23. April 2017 at 2:47 pm

    Hallo liebe Ingrid, was du geschrieben hast kenne ich sehr gut ich Mus auch immer alles Planen die ganze Woche,jeden Tag usw. Das ist für mich sehr anstrengend wenn ich aber gar nix Plane fühle ich mich nicht zufrieden. Es ist auch so wenn ich zu viele Dinge erledigen mus bin ich sehr schnell überfordert und mus mich übergeben oder bekomme starke Kopfschmerzen. Ich muss auch dazu sagen damit ich seid meiner 2. Tochter an Depressionen leide war auch schon 2.mal für jeweils zwei Monate in einer Klinik. Bei meiner ersten Tochter das war schon vor 18. Jahren hatte ich auch schon Depressionen hatte sie aber in den Griff bekommen bei meiner zweiten 11. Jahre später nicht mehr.Seid 6.Jahren nehme ich Tabletten und mache auch immer wieder Therapie. In grossen und ganzen läuft es jetzt ganz gut aber nur wenn alles eben nach Plan läuft und nichts zu viel wird. Wäre schön wenn wir in Kontakt bleiben könnten auch wenn ich schon Weng älter bin als du 41. Liebe Grüße Ramona

    • Reply Ingrid Cat 24. April 2017 at 10:49 am

      Liebe Ramona 🙂

      Du hast geschrieben „Das ist für mich sehr anstrengend wenn ich aber gar nix Plane fühle ich mich nicht zufrieden.“ Genauuu so ist es bei mir auch, aber ich glaube, genau das ist ein Zwang. Wenn einem etwas nicht hilft, man es aber trotzdem tut, weil man sich sonst unzufrieden fühlt. Vielleicht kannst du dir ja auch mal so ein Plan-Verbot auflegen? Ich hab ja jetzt Planverbot 😀 Und am Anfang hat es sich angefühlt als MÜÜÜÜSSTE ich planen und das wird immer weniger. Das verrückte, übertriebene Planen, das ich beschrieben hab, ist auch schon ganz weg.

      Mir geht es auch so, dass ich total schnell überfordert bin! Dann fühle ich so eine Unruhe und Unzufriedenheit in mir und will schreien oder wegrennen. Was mir dann hilft ist, aufzuschreiben, was ich angeblich alles tun muss. Dann zu überlegen: Was davon MUSS ich wirklich tun, was kann ich verschieben, was ist nur in meiner Vorstellung wichtig? (Da spielt ja auch Perfektionismus eine Rolle.)
      Manchmal verlangen wir viel zu viel von uns.
      Und ich glaube, manche Menschen (wie ich) können einfach nicht SO viele Dinge tun und erledigen wie andere. Weißt du was ich meine? Mein Stresslevel ist niedriger, ich werde schneller überfordert. Darauf müssen wir achten, AUF UNS achten..
      Ich denke z.B. immer „Person XY schafft doch viel mehr als ich, ich muss das auch schaffen“. Aber das stimmt nicht.

      Sehr gerne können wir in Kontakt bleiben und mir ist ganz egal wie alt du bist ❤️ Ich hoffe wir finden beide einen Weg, dass es uns besser geht!

  • Reply Steffie 23. April 2017 at 3:48 pm

    Ich bin da 100% bei dir! Mir geht es genauso. Ich bin total Ordnungs- und Organisationsliebend und momentan denke ich auch, dass ich es übertreibe. Ich schreibe mir jeden Sonntag eine To-Do Liste für die Woche. Mir gibt das ein gutes Gefühl einen Plan zu haben und nicht einfach in die Woche rein zu leben. Doch wieso sollte man das nicht tun? Denn wenn ich plane setzt es mich am Tag unter Druck, vor allem an den Tagen, an denen es mir schon beim aufstehen nicht so gut geht. Ich renne immer der Zeit hinterher und habe am Ende des Tages oft das Gefühl nichts „geschafft“ zu haben, obwohl meine To- Do Liste abgearbeitet ist.
    Vor lauter planen und To-Do´s vergisst man oft das Leben, man beobachtet die schönen kleinen Dinge des Tages und des Lebens nicht mehr und gönnt sich keine ruhigen Momente, obwohl man die vielleicht gerade braucht. Das sorgt letztendlich für psychische und physische Beschwerden und man rennt in seinem Hamsterrad herum.
    Ich bin gespannt auf deinen „Nicht planen – Plan“ und werde da definitiv mitmachen!
    Die kommende Woche werde ich auch einfach nicht planen und jeden Tag einfach da tun auf was ich Lust habe und was gerade so ansteht, in der Hoffnung, dass es mir dann am Abend ein gutes Gefühl gibt.
    Und das, was du geschrieben hast, muss dir nicht peinlich sein, denn ich bin mir sicher, dass es sehr vielen Menschen so geht und sie froh sind, dass du es geschrieben und veröffentlicht hast, da sie sich mit dir identifizieren können und merken, dass sie damit nicht allein sind!

    Liebe Grüße an dich! <3

    • Reply Ingrid Cat 24. April 2017 at 10:57 am

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Steffie 😊
      ohh und wie du mir aus der Seele sprichst. Zum Beispiel mit diesem Satz „Ich renne immer der Zeit hinterher und habe am Ende des Tages oft das Gefühl nichts „geschafft“ zu haben, obwohl meine To- Do Liste abgearbeitet ist.“
      Das stimmt sooo sehr. Und ich fühle immer so einen Zwang, ganz viel zu machen. Immer. Es gibt eigentlich keinen freien Tag bei mir. 😐

      Bei mir ist es so, dass ich das mal schlechter und mal besser hinbekomme, das Im-Hier-und-Jetzt-leben und die kleinen Dinge genießen. Letztes Jahr war das ein wenig besser, jetzt bin ich wieder abgerutscht in meine Plan-Zukunfts-Perfektionismus-Falle 😀
      Leute wie ich müssen da wirklich darauf achten und sich selbst analysieren, ob sie wieder abrutschen, ob sie es wieder übertreiben usw. Wie ein Suchtkranker 😀 Nur sind wir nicht nach Alkohol süchtig, sondern nach Planen 😁

      Ich bin gespannt wie deine Woche läuft, aber erwarte nicht zuviel für den Anfang! Vielleicht kann man nicht so schnell lernen, im Hier und Jetzt zu leben, aber Schritt für Schritt wird das bestifmmt gehen! Ich hab den Nicht-Planen-Plan (😂) noch nicht fertig, aber ich hoffe gaaanz arg, dass er mir und euch was bringt!!

      Ich schicke dir ganz viele Grüße und ❤️chen
      😘

  • Reply Sarah & Gerald 23. April 2017 at 5:04 pm

    Jaaa, du schreibst uns aus der Seele und dein Freund hat soo Recht 🙂 Das zwanghafte Planen kennen wir auch und haben exakt die gleichen Erfahrungen damit gemacht. Besonders Gerald. Wenn er in seinem, viel zu strikten, „System“ war ging es ihn gut, aber wehe ein Tag klappte mal nicht alles so wie wir uns das vorgenommen hatten. Dann war die Krise vorprogrammiert. Zu viel zu planen ist definitiv scheiße und wir haben bei uns auch die Deadlines komplett abgeschafft. Gepaart mit viel zu hohen Erwartungen an uns selbst… Wenn wir wirklich etwas haben, was wir vorwärts bringen wollen und von dem wir wissen, dass es uns keinen Spaß macht, aber fürs große Ganze gemacht wichtig ist, dann machen wir am Tag nur 5 Minuten etwas daran und fertig ist. Tagesziel geschafft. 5 Minuten dran gearbeitet. Zu wenig? Scheiß drauf. Gerald hat mal gesagt, das Geheimnis ist „Langfristig kurzfristig zu denken“. Einmal eine grobe Richtung gefunden, am Besten nicht mehr an die Zukunft denken und auf das Hier und Jetzt fokussieren. Das einzige was wir momentan noch planen sind die Dinge, von denen wir wissen, dass wir uns danach besser fühlen (Yoga, Meditation, Spaziergang), denn wenn wir die schleifen lassen, dann haben wir festgestellt, dass es uns auf kurz oder lang garnicht mehr gut geht 🙂 Also ja, nicht mehr so exzessiv zu planen hat uns sehr geholfen, besonders weil wir das andere Extrem so so gut kennen. Liebe Grüße, auch unbekannter Weise an deinen Schatz und einen schönen Sonntag Abend :-*

    • Reply Ingrid Cat 24. April 2017 at 11:08 am

      Hey ihr lieben ❤️

      Jaa genauso ist es bei mir auch, WENN mein Plan/ mein striktes System funktioniert, dann geht es mir gut 😀 Aber wenn ich mir zuviel vorgenommen hab und meinem Plan „hinterher“ war, bin ich innerlich durchgedreht ^^

      Da ihr „Deadlines“ angesprochen habt: Ich finde das ganze auch sehr schwierig im selbstständigen Bereich! (Ich bin zwar noch nicht selbstständig, aber ich möchte mich ja selbstständig machen.) Ich denke immer: Mache ich zu wenig? Andere machen viel mehr. Andere machen es professioneller. Ich muss dies und jenes bis zu dem und dem Datum hochladen. Ich muss mein Buch dieses Jahr fertig kriegen. Da meint mein Freund auch: „Warum denn, lass dir doch Zeit?“ und ich: „neinnn ich muss doch mal vorankommen mit meinen Zielen!“

      Wie war das denn bei eurem Hörbuch und eurem Blog? Ist das eher „locker“ entstanden oder habt ihr euch Druck gemacht, es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig zu kriegen usw.?

      Und vor allem interessiert mich: Klappt es vielleicht sogar besser ohne Deadlines? Vielleicht ist man dann sogar motivierter und kreativer? Habt ihr da schon Erfahrungen gemacht?

      Ich sollte es auch mal so probieren, dass ich die Ruhe-Momente und schönen Dinge einplane! Ich sitze jetzt schon seit ein paar Stunden am Laptop und bräuchte eigentlich eine Pause. Aber wenn die Pause nicht „eingeplant“ ist, nehme ich sie mir einfach nicht 😁

      So, ich werde mir jetzt mein Buch schnappen und mich für eine halbe Stunde verziehen und aaaausruheeen!! 😁

      Ganz viele liebe Grüße <3
      Ingrid & Schatz 😁

      • Reply Sarah & Gerald 24. April 2017 at 4:46 pm

        Danke für deine schnelle, ausführliche und liebe Antwort <3 Jaaa, die geliebte verordnete Ruhe. Funktioniert bei uns auch mal besser mal schlechter 😉 Zu deinen Fragen: Erst haben wir uns strikte Deadlines gesetzt und sind into yourself so angegangen wie wir das früher bei allen andern Projekten auch gemacht haben, aber wir haben dann gemerkt, dass das so nicht funktioniert. (Der ursprüngliche Launch der Webseite war für den 1. Dezember geplant, ca. zu der Zeit als wir dir die erste eMail geschrieben haben. Wurde dann doch erst der 19. März 🙂 Es steckt einfach zu viel Liebe und Kreativität darin, dass wir nichts erzwingen konnten. Desto kreativer die Arbeit desto mehr Freiheit brauchen wir. Es kommt, wenn es kommt. Vor allem hatten wir immer dann eine Blockade, wenn es für uns im Kopf nicht mehr rund war. Bestes Beispiel ist unser Instagram Post vom vergangenen Donnerstag. Eigentlich hatten wir schon einen anderen Text geschrieben, aber der gefiel uns einfach nicht und wir saßen hier und der Zeitpunkt, wenn wir posten, rückte immer näher. Wir haben den Text bestimmt 20 mal neugeschrieben, aber es half alles nichts und innerlich baute sich der Druck immer weiter auf. Irgendwann haben wir dann gesagt, sooo jetzt ist Schluss, scheiß drauf und wenn es heute keinen IG Text für die Leute gibt, dann ist das halt so, wir gehen jetzt Spazieren. Also wir haben losgelassen. Und schwupp die wupp ist uns die Geschichte mit dem Eichhörnchen passiert. Diese Erfahrung haben wir jetzt in der Vergangenheit so häufig gemacht und das ist das was wir, vor allem in dem letzten Jahr gelernt haben, Loslassen ist so so wichtig für uns. Alles kommt, wenn es kommt. Wir machen das jetzt seit ca. einem halben Jahr so, also komplett ohne Deadlines, und uns geht es viel viel besser dadurch und einen Abfall in unserer Kreativität / Produktivität haben wir nicht festgestellt. Eher im Gegenteil. Aber wir glauben auch, dass Struktur einem hilft erstmal „loszufahren“, aber wenn man dann fährt und weiß wohin man will kann man langsam die Stützräder abbauen 🙂 Um deine Frage zu beantworten: „Wie war das denn bei eurem Hörbuch und eurem Blog?“ Die Idee zu dem Buch hatte Gerald vor 8 Jahren. Zu der Zeit sind auch die ersten Texte entstanden und als wir heute deinen Blogpost gelesen haben, fiel uns noch eine Idee für ein aller letztes Kapitel ein, das über das Thema loslassen geht. Also, ja eher „locker“ im Gesamten, auch wenn das Phasenweise nicht so war. Wir sehen halt immer nur das Endergebnis von Dingen und vermeintlich erfolgreichen Menschen, aber die wenigsten reden über den Prozess und den Struggle dazwischen. Und du bist echt ne Tröte, dass du dich immer mit anderen vergleichst xD Lass das! 🙂 Dein Blog, deine Videos, deine Art zu schreiben sind so klasse und fabelhaft <3 Du bist fabelhaft! Wir sind sehr sehr glücklich, dass wir dich direkt, als wir mit into yourself angefangen haben, gefunden haben :-* Macht euch einen schönen Abend ihr zwei <3

  • Reply Laura 29. April 2017 at 8:47 am

    Ohja! Da kann ich mich auch so gut rein versetzen. Mir geht es ebenfalls so, ich habe einfach das Gefühl ALLES ist zu viel. Zu viele Dinge, zu viele todos, zu viele Gedanken.. Und wenn ich plane merke ich, dass ich mehr erledige.

    Aber (!) ich kann die Pausen nicht mehr genießen. Ich habe ein schlechtes Gefühl wenn ich nichts mache, dabei ist es doch so wichtig, sich zu entspannen ohne dieses schlechte Gewissen.. aber das ist leider alles nicht so easy peasy…

    Sage mal kann es sein, dass sich deine Website verändert hat? Die sieht auf jeden Fall spitze aus!

    Ich mache gerade eine Liste in Excel, mit allen Sachen die ich erledigen „muss“., Habe ich aus dem Buch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ wo von der Methode gttd (get the things done) geredet wird. Es ist Wahnsinn wie viel das ist, aber ich hoffe ja sehr, das wenn ich erst mal alles erfasst habe und ein gutes System für meine Aufgaben, Deadlines, Todos und so weiter habe, es mir sehr viel Druck raus nimmt, weil ich weiß, alles ist fest gehalten 🙂 Vielleicht ist das auch was für dich? Ich denke nämlich das größte Problem ist die Tatsache, das man gar nicht genau weiß, was man denn wirklich alles machen will / muss.

    Und natürlich immer weiter reduzieren, reduzieren, reduzieren. Momentan sind gerade meine Emails dran..

    Naja also ich finde das Planen hat so Vor- und Nachteile. Und mein Freund ist ein Glück auch so, dass er mich da immer etwas runter holt und einfach mal chillen will.

    Ich denke die große Sache dahinter ist einfach dieser Gedanke, den man hat, dass man nur bei Leistung was wert ist. Traurig aber wahr :s

    Ich bin übrigens sehr froh, dass du youtube usw. machst 🙂 Ich gucke deine Videos so gerne! Gerade weil sie eben nicht so perfekt sind und man sich dadurch so viel besser mit dir indentifizieren kann. Das ist wirklich ein Kompliment! 🙂

    Schönes Wochenende, Laura

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